Die Deutsche
Röntgengesellschaft verleiht den Walter-Friedrich-Preis 2026 an Dr. med.
Charlie Alexander Hamm für seine wegweisenden Arbeiten zur modernen
Prostatadiagnostik. In mehreren hochrangig publizierten Studien zeigt er, wie
sich durch den gezielten Einsatz der MRT diagnostische Pfade verbessern und
unnötige Eingriffe vermeiden lassen. So belegt er unter anderem, dass niedrige
PSA-Werte im mittleren Lebensalter mit einem sehr geringen Langzeitrisiko für
Prostatakrebs einhergehen und damit die Grundlage für risikoadaptierte
Screeningstrategien bilden. In der prospektiven PROKOMB-Studie weist er zudem
die onkologische Sicherheit eines MRT-basierten Diagnoseansatzes nach, der
bereits Eingang in klinische Leitlinien gefunden hat. Ergänzend entwickelt er
ein erklärbares KI-Modell, das diagnostische Entscheidungen transparent macht
und damit eine zentrale Voraussetzung für den breiten klinischen Einsatz von KI
erfüllt. Mit dieser Verbindung aus methodischer Innovation, klinischer Relevanz
und technologischer Weiterentwicklung setzt Dr. Hamm wichtige Impulse für die
Zukunft der radiologischen Diagnostik.
Der Preis würdigt die
wissenschaftlichen Leistungen und das prägende Wirken von Prof. Walter
Friedrich für die medizinische Radiologie und Strahlentherapie. Das
Stiftungsvermögen des Preises entstammt der Gesellschaft für Medizinische
Radiologie der ehemaligen DDR und wurde 1992 der DRG übertragen, die das
Vermögen 2003 durch eine Zustiftung erhöhte. Der Preis ist mit 2.500 Euro
dotiert und wird jährlich während des Deutschen Röntgenkongresses verliehen.
Der Walter-Friedrich-Preis berücksichtigt insbesondere die Gemeinsamkeit von
Physik, Technik, Biologie und Medizinischer Radiologie. Er wird verliehen für
herausragende wissenschaftliche Arbeiten (incl. Habilitationsarbeiten) auf dem
Gesamtgebiet der Radiologie, für beispielgebende Publikationen und Initiativen
zur Verbesserung der Lehre auf allen (Teil-)Gebieten der Medizinischen
Radiologie und für vorbildliche praktische Ergebnisse in der Medizinischen
Radiologie inkl. technischer Entwicklungen.