Die Deutsche
Röntgengesellschaft würdigt mit dem Röntgenpreis 2026 die herausragende
Habilitationsschrift von PD Dr. med. Katerina Deike mit dem Titel
„Hirn-Clearance Bildgebung nach intravenöser Injektion gadoliniumhaltiger
Kontrastmittel“. Darin weist sie nach, dass makrozyklische MRT-Kontrastmittel
regelhaft in das zentrale Nervensystem übertreten und sich als in vivo-Tracer
physiologischer Clearance-Prozesse eignen. Ihre umfassenden quantitativen
Analysen belegen zudem, dass trotz wiederholter Anwendung keine langfristigen
Ablagerungen im Gehirn nachweisbar sind, und liefern damit wichtige
Erkenntnisse zur Sicherheit dieser Substanzen. Über die Grundlagenforschung
hinaus erschließt sie neue Anwendungsfelder, etwa durch die Beschreibung des
orbitalen glymphatischen Systems und die Identifikation klinisch relevanter
Marker, beispielsweise bei Retinoblastomen. Ergänzt wird ihre Arbeit durch
innovative, teils KI-gestützte und kontrastmittelfreie Verfahren zur Analyse
früher Veränderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen sowie durch die
Entwicklung neuer Methoden zur Quantifizierung der Liquordynamik. Mit dieser
Verbindung aus methodischer Innovation, translationaler Relevanz und
internationaler Sichtbarkeit setzt ihre Forschung maßgebliche Impulse für die
Weiterentwicklung der neuroradiologischen Bildgebung.
Der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis wird verliehen für eine hervorragende aktuelle Habilitationsschrift, die dem Fortschritt der Radiologie dient. Eingeschlossen sind Themen aus den Gebieten der diagnostischen, interventionellen und experimentellen Radiologie sowie der Medizinphysik. Die Arbeit, die in der Regel bei Einreichung der Bewerbungsunterlagen nicht älter als drei Jahren sein sollte (entscheidend ist hier das Annahmedatum der Habilitationsschrift), muss in deutscher oder englischer Sprache abgefasst sein und sie sollte noch nicht ausgezeichnet worden sein. Der:Die Autor:in muss Mitglied der Deutschen Röntgengesellschaft sein.